





REGIE Sophie Killer
BÜHNE / KOSTÜM Gabriela Neubauer
SOUNDDESIGN Thalia Killer
DRAMATURGIE Marcel Kieslich
SPIEL Claudia Sutter, Kai Benno Vos, David Lukowczyk
FOTOS Tobias Kreft
Studio Bühne Theater Paderborn
JUICES thematisiert das Leben der zweiten Generation polnischer Migrant*innen, deren Familien sich aus prekären Verhältnissen hochgearbeitet haben. Der von Stangen eingegrenzte weiße Raum mit seinem kreisrunden Loch in der Mitte, in das die drei Figuren am Ende abrutschen, ist Symbol für die Angst vor dem sozialen Abstieg. Sophie Killer arbeitet in diesem Text, in dem es um das Ringen um Identität und Zugehörigkeit und damit auch um Sprachunsicherheiten geht, sehr genau mit der Sprache. Der Text, der eine Standortanalyse ist, wo Deutschland mit Migrations- themen heute steht, wird in drei Stimmen choreografiert.

Das Ein-und Aussteigen der Spieler*innen in ihre individuellen Geschichten ist ebenso Bild für ihren Zustand wie die zentrale Szene, in der der in Dynamik und Tempo sich steigernde Textfluss plötzlich unterbrochen wird und die Musik die Körperbilder der Erschöpfung initiiert: das ständige Abrutschen, sich wieder Aufrichten, der Kampf mithalten zu können mit den gesellschaftlichen Ansprüchen. Dem Chor hat Sophie eine stumme Reinigungskraft an die Seite gestellt. Während des gesamten Abends putzt sie den Dreck weg, den die anderen hinterlassen. Überspitzter Humor transportiert die Verzweiflung, die in der Migrationsthematik tief verankert ist und macht sie zugänglich.


